Ensemble contre les mines avec des Fonds humanitaires détournés.


Fonds humanitaires détournés mines

Tages-Anzeiger vom 28.06.2003 Von Daniel Meier, Stefan Grob und René Staubli

Spendenmillionen für Afrika versickern in Schweizer Taschen
“Zuerst müssen wir für x Millionen Minen legen, damit uns keine Journalisten ins Haus kommen.”

100 000 Spender haben in der Schweiz innert dreier Jahre rund 6,18 Millionen Franken für Minenräumung in Afrika aufgebracht. Am Bestimmungsort landeten nur 80'000 Franken.

Zürich. - Die Düsseldorfer Stiftung “Menschen gegen Minen” (MgM) setzt sich in kriegsversehrten afrikanischen Ländern für die Räumung verseuchter Landstriche ein. Seit dem Jahr 2000 existiert auch in der Schweiz eine von Deutschland unabhängige, gleichnamige Schwesterorganisation. Unter der Leitung des professionellen Spendensammlers Josef Lauber akquiriert dieser Verein mit Sitz in Basel seit dreieinhalb Jahren höchst erfolgreich Gelder für denselben Zweck - bis Ende 2002 wurden 6,18 Millionen Franken einbezahlt.

Was die Spender allerdings nicht wussten: 98,7 Prozent der Gelder flossen nicht etwa nach Deutschland zur Mutterorganisation und von dort aus in die afrikanischen Bestimmungsländer. Die finanziellen Mittel blieben vielmehr in der Schweiz und dienten dazu, die Spendenlogistik des Vereins überhaupt erst aufzubauen. Hendrik Ehlers, Vorstand der deutschen Stiftung, spricht deshalb von einem “Spendensammlungs-Super-GAU” und fragt: “Wurden 100 000 Spender betrogen, weil ihr Geld statt nach Afrika in eine schweizerische Gelddruckmaschine floss?” Zum Vergleich: Bei der Caritas kommen 85 bis 95 Prozent der gesammelten Gelder direkt den unterstützten Projekten zugute.

Mittlerweile hat sich der Konflikt zwischen der deutschen Stiftung und der Schweizer Organisation ausgeweitet. Die Deutschen haben nach eigenen Angaben den Schweizern per sofort die Nutzungsrechte für den Namen und das Logo von “Menschen gegen Minen” entzogen. Anfang dieser Woche haben sie zudem die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) in Bern alarmiert. Dort hat offenbar ein Vertreter des Schweizer Vereins vorgesprochen und um Unterstützungsbeiträge sowie die Vermittlung von Grossspendern ersucht. Beim Deza legt man Wert auf die Feststellung, dass keine staatlichen Gelder zur Spendenorganisation geflossen seien. Diese hat kein anerkanntes Gütesiegel (Zewo) vorzuweisen.

Lauber weist jede Kritik an seiner Tätigkeit zurück. Seit ihm die Deutschen die Rechte entzogen haben, sammelt er über die neu gegründeten Vereine “GGL - Gemeinsam gegen Landminen” und “EcM - Ensemble contre les Mines”.

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